Wer vom Rosenbühl zum Steinhaus wandert, erreicht die Eichenallee. Diese Straße, die 1920 beidseitig mit Eichen bepflanzt wurde, führt zu einer Stelle am Weg, wo der Boden gelbbraun schimmert. Hier lagert in der Tiefe eine Tonerde, reich an Brauneisen, sogenannter Ocker. 1928 förderte die „Oberfränkische Ockergrube Kothigenbibersbach“ dieses Material.
Der Abbau Am 3. Januar 1928 durchbrachen die Arbeiter eine 15 Meter dicke Basaltschicht, gefolgt von sechs Metern Letten und einem halben Meter Kalkschicht. In 27 Metern Tiefe legten sie zwei Seitenstollen von je 15 Metern Länge an und förderten täglich mehrere hundert Zentner Ocker.
Die Verarbeitung Eine Benzinlokomotive und Rollwagen transportierten den Ocker zunächst zum Rosenbühl. Von dort brachten Lastwagen ihn zur Verladestation Schirnding. In den Ockermühlen mahlte man den Ocker und erhitzte ihn anschließend bei 800 bis 1200 Grad in Brennöfen.
Verwendung Nach der Aufbereitung diente der gebrannte Ocker als Farbpigment in der Malerei.
Die Streusiedlung Eichelberg gehörte über Jahrhunderte bis zum Jahre 1850 zum Herrschaftsbereich und zur Pfarrei Liebenstein. Ab 1945 wurden die Einwohner vertrieben und tschechisches Militär begann, ab März 1950 die Häuser planmäßig zu sprengen. Es sollte Schussfeld gewonnen werden. Die letzten drei Anwesen (HsNr 66, 72 und 5) wurden 1989 eingeebnet. Im Jahre 1945 standen in Eichelberg 74 Anwesen
Als 1406 die Pfarrei Liebenstein errichtet wurde, heißt es: Liebenstein mit ‚dem perge‘. Mit ‚dem perge‘ ist wahrscheinlich Eichelberg gemeint. Der Name ‚Eichelberg‘ könnte von einem früher vorhandenen Eichenwald abgeleitet worden sein.
Archivalisch taucht der Name „Eichelberg“ erstmals im Jahre 1572 im Urgichtenbuch zu Eger auf. Hier werden die Sollner, Gellner, Vischer und Aichl genannt. Von 1600 bis 1653 werden Eichelberger in Hohenberg beerdigt.
Ab 1850 werden Eichelberg, Riehm, Tobiesensreuth, Kammerdorf, die Höfe Sorg und Klausen sowie das Fischhaus aufgrund der neuen Gemeindereform als „Gemeinde Eichelberg“ geführt.
Der damalige 2. Bürgermeister Adam Müller führte als Bürgermeister Stellvertreter die Amtsgeschäfte von 1944 bis zur Vertreibung 1945/46.
Skulptur „Der Dudelsackpfeifer“ – Aus Böhmen kommt die Musik…
Foto: Stadtarchiv Hohenberg a.d. Eger
Nach dem Bau der Egerbrücke bei der Pfeiffermühle im September 1963 stellte man im November desselben Jahres die Skulptur des „fahrenden böhmischen Musikanten“ auf. Die Firma A.W. Mühlhöfer aus Marktredwitz errichtete die Brücke.
Professor Oswald Hoffmann entwarf die Skulptur, und der Bildhauer Ludwig Deller aus München fertigte sie an. Sie ist 2,40 Meter hoch und besteht aus Muschelkalk.
Diese Figur erinnert an die vielen böhmischen Musikanten, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert im Sommer nach Bayern zogen. Sie spielten bei Hochzeiten, Kirchweihen und anderen Festen. Die Musikanten reisten meist mit Dudelsack, dem „böhmischen Bock“, und der Geige.
Der „Bock“ ist eine Art Sackpfeife, die damals weit verbreitet war und heute noch in Tschechien gespielt wird.
Wanderer oder Radfahrer, die seit dem 1. März 1996 den Grenzübergang bei der Hammermühle nach Tschechien nutzen, kommen zwangsläufig am Confinhaus vorbei, bevor sie die Egerbrücke überqueren. Der Name „Confinhaus“ stammt aus dem Lateinischen: confinis = angrenzend, benachbart, „an der Grenze gelegen“.
Das Confinhaus entstand wahrscheinlich auf den Resten eines früheren Gebäudes. Im Hohenberger Sterbebuch heißt es 1689: „Balzer Püllnhöfer, ein Quartier-Knecht hier, stirbt im Wachhaus bei der Hammermühle, katholische Religion, wird am 20. April mit Gesang und Klang auf dem Gottesacker beerdigt.“
Zur Bekämpfung von Pest und Cholera errichteten die Behörden 1680, 1713 und 1831/32 entlang der Grenze bei Hohenberg, Fischern und Schirnding Confinwachen und Kontumazhäuser als Quarantänestationen.
Eine alte Straße, die Elisabeth Jäger aufgezeigt hat, führte hier nach Eger. Sie umging nördlich den Hohenberger Burgberg, kreuzte bei der Hammermühle (Confinhaus) die Eger und verlief weiter über Böhmisch Fischern, Markhausen und Zettendorf nach Eger.
Vor 1840 gab es hier anstelle einer Brücke nur einen Bohlensteg. Um 1833 hieß es: „Die Furt beim Confinhaus durch die Eger…“. Noch um 1900 führte der sogenannte Zäunigweg durch diese Furt über Böhmisch Fischern nach Mühlbach.
1787 existierte ein „Contagions- oder Wachthaus unter dem Schlossberg an der Hammermühle“.
Zimmerleute ließen sich bevorzugt in der Nähe von Mühlen nieder, da sie als „Mühlenärzte“ die Wartung und Reparaturen der hölzernen Antriebs- und Mahlvorrichtungen übernahmen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich hier viele Zimmerleute niederließen. Einige von ihnen waren:
Johannes Mainer (1751–1825), der 1797 die südliche Wohnhaushälfte kaufte, und sein Sohn Joh. Adam Mainer (1791–1847). Dieser marschierte 1805 beim Besuch der Königin Luise von Preußen mit ihrem Gemahl König Wilhelm III. als 14-jähriger Pfeifer an der Spitze der Landwehr und spielte sein Pikkolo.
Joh. Adam Christoph Sommerer (1750–1833), Zimmergeselle, und sein Sohn Johann Michael Sommerer (1804–1882).
In einem der schönsten Teile des Egertals, nur wenige Meter vom Fluss entfernt, entspringt die Carolinenquelle. Diese heilkräftige Mineralquelle liegt auf der „Kuppelwiese“ im Naturpark „Kocherrangen“. Bereits seit dem frühen 17. Jahrhundert ist die Quelle bekannt. Markgraf Christian Ernst, Kanzler Capar Urban von Feilitzsch und Hauptmann Müffling-Weiß besuchten sie regelmäßig ab 1618 und erholten sich dort bei einer Sauerbrunnenkur.
Besonders Patienten mit Gichtleiden schätzten das Quellwasser. Es enthält pro Liter 836 mg gelöste Mineralstoffe – fast die benötigte Menge für die Bezeichnung „Heilwasser“ von 1000 mg.
Der stark kohlensäure- und eisenhaltige Säuerling enthält Erdalkalien wie Calcium und Magnesium sowie Hydrogencarbonat. Der geringe Natriumgehalt ist ebenfalls bemerkenswert.
Seit 1922 im städtischen Besitz, wurde die Quelle bis 1945 von der Stadtverwaltung betrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Firma Brückner & Grottenmüllser den Vertrieb. Ab 1965 übernahm Herr Klotz aus Selb das Mineralwassergeschäft bis Ende 1975. Der Abfüllbetrieb wurde bis 1979 verpachtet. Geplante Neubauten entstanden nicht mehr. 1979 riss man die alte Anlage ab.
Burg Hohenberg a.d. Eger: Eine Festung mit Geschichte
Foto: Stadtarchiv Hohenberg a.d. Eger
Über den Bauherrn und den Bau der Burg Hohenberg gibt es keine gesicherten Informationen. Der Egerer Stadtarchivar Heinrich Gradl vermutet jedoch, dass Berchtoldus de Honberg, ein Ministerialer aus Eger, die Burg zwischen 1170 und 1222 errichtete. Berchtoldus trat 1222 als Zeuge in einer Verkaufsurkunde auf.
Die Burg Hohenberg diente als wichtiger Außenposten des Egerländer Burgensystems. Die Herren von Hohenberg verwalteten umfangreiche Ländereien, und der Ort bildete das Zentrum ihrer Herrschaft. Als der letzte Hohenberger ohne männliche Erben starb, übertrug König Rudolf die Burg 1285 an den Burggrafen Friedrich III. von Nürnberg. Friedrich erwarb die Burg von Kneussel, dem letzten Hohenberger, und sicherte sich durch die Geleitdienste auf den Handelswegen ein lukratives Einkommen.
Im Jahr 1389 integrierte Friedrich die Burg Hohenberg in die Verwaltungseinheit der „Sechsämter“. Während des Dreißigjährigen Krieges (1632) und im Zweiten Weltkrieg (1945) erlitt die Burg erhebliche Schäden. Den schlimmsten Schaden verursachte der Beschuss amerikanischer Truppen im April 1945, der ein Drittel des Ortes zerstörte.
Burg Hohenberg erhebt sich stolz über dem Egertal und gehörte nach der Plassenburg ob Kulmbach zu den bedeutendsten Festungen im Markgrafentum Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth. Die Staufer errichteten sie, um die Reichsburg Eger zu sichern und den wichtigen Verkehrsknotenpunkt zu kontrollieren.
Heute präsentiert sich Burg Hohenberg als die am besten erhaltene Burganlage im Fichtelgebirge. Die wehrhafte Ringmauer mit drei runden und zwei eckigen Türmen sowie der teilweise erhaltene Wehrgang zeugen von ihrer militärischen Vergangenheit. Im Burghof steht das Fürstenhaus, ein ehemaliges Jagdschloss aus dem Jahr 1666. Vier steinerne Säulen am Eingang der Burg erinnern an das historische Asylrecht der Burg.
Die Burg ist nicht nur ein historisches Monument, sondern auch ein Refugium für den Weißstorch, der seit Jahrzehnten hier nistet. Im grünen Kranz, der sich um das alte Sechsämterstädtchen zieht, findet der Storch ideale Lebensbedingungen. Nahe gelegene Natur- und Landschaftsschutzgebiete sowie angelegte Biotope sichern seine Nahrung. Auch im ehemaligen tschechischen Grenzstreifen konnten sich Fauna und Flora ungestört ausbreiten.
Genießen Sie die traumhafte Aussicht über das Egertal bis weit nach Tschechien hinein und erleben Sie die faszinierende Geschichte der Burg Hohenberg.
Der Zwei-Flüsse-Stein steht im Ortskern von Fischern, einem Ortsteil der Marktgemeinde Schirnding. Er wurde am 8. Juni 1980 zur Einweihung des Egerweges vom Fichtelgebirgsverein errichtet.
Die Inschriften auf dem Stein nennen die Orte, durch die die Flüsse Eger und Röslau fließen. Bereits 1683 schrieb Caspar Bruschius: „Fischern, ein Dorf der Egerer Herren, unter welchem die Reßlau, ein sehr schönes helles Flüßlein, sich in die Eger ergießt.“
Das Wappen von Fischern zeigt ein blaues Deichselkreuz mit gewellten Balken auf silbernem Grund. Dieses Kreuz symbolisiert den Zusammenfluss von Eger und Röslau, der hier die Staatsgrenze markiert. Das schwarze Kreuz im Wappen steht für den Deutschen Orden, der hier einst Grundbesitzer war. Der rote Stern erinnert an den Kreuzherrenorden. Silber und Schwarz verweisen auf die Markgrafschaft Bayreuth.
Fischern wurde 1300 erstmals urkundlich erwähnt, ist aber wahrscheinlich älter und entstand durch die Lage am „Schirndinger Pass“. Dieser Pass war ein wichtiger Altstraßenweg, der von Gefrees nach Eger und weiter in den böhmischen Kessel führte.
Ein Schaubild auf dem Stein zeigt die Flüsse Eger und Röslau sowie die Städte und Gemeinden, durch die sie fließen. Auf der rechten Seite des Denkmals sind die Orte entlang der Röslau, auf der linken Seite die entlang der Eger aufgeführt. Ganz oben steht Fischern, das als einziges Dorf von beiden Flüssen durchflossen wird.
Die Röslau und die Eger
Die Röslau (tschechisch Reslava) ist ein rechter Nebenfluss der Eger in Nordostbayern. Sie entsteht aus mehreren kleinen Wasseradern am Osthang des Schneebergs und mündet bei Fischern in die Eger.
Die Eger (tschechisch Ohře) ist ein linker Nebenfluss der Elbe. Sie entspringt bei Weißenstadt im Fichtelgebirge und mündet bei Litoměřice in die Elbe. Der Fluss gab der Region Egerland ihren Namen.
An der Quelle der Eger ist folgende Inschrift zu lesen: „Als der Knabe kam zur Eger: ‚Eger sprich, wo eilst du hin?‘ ‚Zu der Elbe‘, rauscht es reger, ‚Zu der Elbe muss ich ziehn!‘ Als der Knabe kam zur Elbe, war die Antwort inhaltsschwer; donnernd braust zurück dieselbe, ‚Und ich muss ins Deutsche Meer!‘“
Quellen des Fichtelgebirges
Vier bedeutende Flüsse entspringen im Fichtelgebirge: der Weiße Main, die Eger, die Naab und die Sächsische Saale. Sie fließen in die vier Himmelsrichtungen: der Main nach Westen, die Saale nach Norden, die Eger nach Osten und die Naab nach Süden. Der Weiße Main, die Saale und die Eger münden in die Nordsee, die Naab hingegen in die Donau und weiter ins Schwarze Meer.
Hinweis: Der Stein markiert den Endpunkt des Egerweges, der von West nach Ost durch das Fichtelgebirge führt. Ein Besuch lässt sich gut mit einer Wanderung auf diesem Weg verbinden.
– im Jahre 1222 – trat in einem waldsassischem Rechtsgeschäft (ME 158) der egerländische Ministeriale Bechtoldus de Honberg, als erster Namensträger, Besitzer und wahrscheinlich Erbauer der Burg Hohenberg als Zeuge auf. In der Folge erscheinen zwei Konrade – der ältere seit 1242, der jüngere seit 1257 – und mit Künzel (Kneusel) der nur Töchter hinterließ, starb das Geschlecht der Hohenberger bald nach 1285 aus.
Schon 1389 findet sich als erstes burggräfliches Amt Hohenberg genannt. Bis 1415 war das gesamte, später als Sechsämterlang bezeichnete Gebiet, in burggräflichem Besitz. 1437 erfolgte eine Organisationsreform der „Hauptmannschaft vor dem (böhmischen) Wald“, in welcher die fünf Ämter (so 1492 genannt) 1504 durch Teilung des Amtes Hohenberg-Wunsiedel zu den „Sechsämtern“ umgestaltet wurde.
Die Kriegsfurie des 30jährigen Krieges erreicht um 1632 Hohenberg. Burg und Ort überstehen relativ glimpflich die schreckliche Zeit. Die Pest jedoch hält reiche Ernte. Durch den Verkauf des Fürstentums Bayreuth an Preußen 1776 erhält Hohenberg bis 1796 preußische Besatzung, nachfolgend quartierten sich von 1806 bis 1810 französische Grenadiere auf Burg Hohenberg ein. Die schlimmste Zeit erlitt Hohenberg wohl am Ende des Zweiten Weltkriegs, als der Ort noch in den letzten Kriegstagen von amerikanischer Artillerie vier Tage lang beschossen wurde. Ein sinnloser Verteidigungsbefehl führte zur Zerstörung der Kirche und eines Drittels des Häuserbestands. Der Tod dreier Einwohner war zu beklagen.
Ein Glücksfall für den Ort war der Besuch des thüringischen Porzellanhändlers C.M. Hutschenreuther, der seine Verwandten, den Oberförster Reuß auf Burg Hohenberg besuchte und in der Folgezeit des Öfteren bei der Verwandtschaft verweilte. Nach längeren Auseinandersetzungen erhielt C.M. Hutschreuther endlich 1822 die königliche Genehmigung Porzellan in einer Manufaktur herzustellen und zu vertreiben. Seit 1997 vertreibt die Nachfolgefirma Dibbern ihr hochgeschätztes Fine Bone China Porzellan weltweit. Eine weitere weltbekannte Firma in Hohenberg erzeugt feinste Textilprodukte aus Frottier und Chenille in bester Baumwollqualität. Die Firma Feiler, konkurrenzlos in Europa, beliefert bevorzugt ihren Hauptabnehmer in Japan. Die Geschichte der Tapetenmanufaktur Taubert reicht bis in die 30er Jahre zurück. Das Unternehmen fertigt Wandbeläge mit einzigartigen Oberflächen. Tüchtige Unternehmen verstanden es immer wieder mit Ideenreichtum den Hohenbergern qualifizierte Arbeitsplätze anzubieten.
Im Porzellanikon, den Museum für deutsche Porzellankultur, werden sehenswerte Porzellanprodukte in vielfältigen Formen und Designs präsentiert. Nicht zuletzt versteht es die Hohenberger Bevölkerung mit ihrem regen Vereinsleben auch fröhliche Feste zu feiern. Das Wiesenfest wurde bereits 1823 zum ersten Mal erwähnt.
Die Feiern zum 800-jährigen Ortsjubiläum sind sicherlich Anlass genug für die Hohenberger Einwohnerschaft weit mehr zu feiern, als nur ein normales Fest.